Wie weit soll ich meinen Driver schlagen? Die Senioren-Edition mit 70 mph

Mit 70 mph Schwunggeschwindigkeit, typisch für viele Senioren-Golfer, ist jede Möglichkeit auf mehr Länge Gold wert. Wir haben getestet, wie weit der Driver bei dieser Geschwindigkeit realistisch fliegt und wie viel allein das richtige Equipment ausmacht, ganz ohne Schwungumstellung.

So haben wir getestet

Gemessen haben wir auf dem GC-Quad-Launch-Monitor in unserem Fitting-Studio in Rosenheim, konstant um die 70 mph Schlägerkopfgeschwindigkeit. Wichtig für einen fairen Vergleich: gleicher Schwung, neutraler Angle of Attack und vergleichbare Treffpunkte. Geändert haben wir nur den Schläger, denn genau darum geht es beim Fitting.

Der Standard-Driver: 10,5 Grad mit 55-Gramm-Schaft

Gestartet sind wir mit dem Setup, das viele Golfer in dieser Geschwindigkeitsklasse im Bag haben: ein 10,5-Grad-Standardkopf mit einem 55-Gramm-Schaft in Regular. Das Ergebnis war ernüchternd. Der Ball startete mit nur 12 Grad Launch viel zu flach, der Backspin lag bei rund 1.500 Umdrehungen, viel zu wenig. Im Schnitt kamen etwa 115 Meter Carry und rund 150 Meter gesamt zusammen, wobei der Ball fast die Hälfte davon rollte.

Warum der Ball nicht fliegt

Flache Bälle mit wenig Spin sehen auf hartem Boden manchmal ok aus, aber sie haben kaum Carry. Und der Carry entscheidet: Sobald ein Bunker, ein Wassergraben oder weiches Fairway ins Spiel kommt, fehlt die Flugweite. Bei 70 mph braucht der Ball deutlich mehr Höhe und mehr Spin, um seine maximale Weite zu erreichen.

Das optimierte Setup: 13,5 Grad Loft und 40-Gramm-Schaft

Für den zweiten Durchgang haben wir einen TaylorMade Qi35 Max Lite mit 12 Grad genommen und ihn auf 13,5 Grad hochgestellt, dazu einen längeren, nur 40 Gramm leichten Schaft. Der Unterschied war sofort sichtbar: deutlich mehr Höhe, rund 2.300 Umdrehungen Spin und ein Ballflug, der endlich trägt. Ein schöner Nebeneffekt: Der leichte Schläger fühlte sich bei dieser Geschwindigkeit auch viel angenehmer an. Kleine Warnung aus der Praxis: Leichte Schläger verleiten dazu, schneller zu schwingen als geplant.

Das Ergebnis: 17 Meter mehr Carry bei gleichem Schwung

Bei praktisch identischer Schlägerkopfgeschwindigkeit (0,8 mph Unterschied) stieg der Carry von 115 auf 132 Meter, die Gesamtlänge von rund 150 auf 155 bis 160 Meter. 17 Meter mehr Flugweite, nur durch Loft und Schaft. Und es geht noch extremer: Ein Kunde über 75 kam mit einem 9-Grad-Driver und 60-Gramm-X-Schaft zu uns. Nach dem Wechsel auf 13 Grad waren es sofort 40 Meter mehr.

Was noch mehr Länge bringen würde

Mit noch etwas mehr Launch und Spin wären weitere 4 bis 5 Meter drin. Ein Ballwechsel bringt bei diesen Geschwindigkeiten dagegen kaum etwas, da geht es um 100 bis 150 Umdrehungen. Der größte verbleibende Hebel ist ein positiver Angle of Attack, also den Ball in der Aufwärtsbewegung zu treffen: Zwischen 5 Grad von oben und 5 Grad von unten liegen auch bei 70 mph gut 20 Meter. Das ist allerdings Trainingsarbeit mit dem Pro und nichts, was man von heute auf morgen umstellt.

Ob dein Driver-Loft und dein Schaftgewicht zu deiner Geschwindigkeit passen, finden wir beim Schlägerfitting in unserem Studio in Rosenheim heraus, markenneutral und auf dem GC-Quad gemessen. Gerade bei 60 bis 80 mph liegen hier oft 15 bis 40 Meter brach. Buche dir einfach einen Termin für dein Driver-Fitting.

Das komplette Video mit allen Schlägen findest du hier: Zum Video auf YouTube